Abmahnung wegen Bild aus dem Cache Ordner auf dem Server

  • Tach zusammen,

    folgende Konstellation:


    Voraussichtlich am 4.3.2019 hatte ich einen Artikel veröffentlicht und darin ein Bild, ohne die Rechte dafür zu haben, verwendet.

    Irgendwann habe ich den Artikel wohl gelöscht, da ich den Artikel heute nicht mehr finden kann.

    Das Bild aus dem Artikel ist aber leider auf dem Server in dem Ordner ..../items/cache/157c6c6cd616f458d56a6caf427711f8_XL.jpg liegen geblieben.

    Somit ist das Bild über die komplette Seiten-URL direkt abrufbar.

    Interessant ist dagegen aber, dass dieses Bild nicht im Google Cache/Bilder Suche zu finden ist.

    Andere Bilder, wo die Artikel noch existieren sind dagegen in dem Google Cache/Bilder Suche erreichbar.


    Das bedeutet, dass der Artikel mit dem besagten Bild tatsächlich schon länger nicht mehr existiert. Ich würde behaupten seit dem 5.3.2019.

    Jetzt habe ich heute eine Abmahnung bekommen.

    Schadenersatzanspruch wegen Urheberrechtsverletzung, da ich kein Nutzungsrecht für das besagte Bild habe.


    Kostet:

    + Schadensersatz 190€

    + Dokumentationskosten 85€

    + Zinsen 27,62€

    + Rechtsanwaltsvergütung 63,70€

    + Auslagenpauschale 12,74€

    = Zusammen 379,06€


    Als Fundstelle wird die URL zu dem Cache Ordner aufgeführt: ..../items/cache/157c6c6cd616f458d56a6caf427711f8_XL.jpg


    Nachdem die Kanzlei allem Anschein nach meinen Server gescannt und ein Bild darauf gefunden hat, welches ich nicht öffentlich benutzt habe, frage ich mich ob ich eine Chance habe sie mir vom Hals zu schaffen?


    Was denkt ihr? Könnte mit mir vielleicht jemand seine Erfahrung und Einschätzung dazu teilen? Wäre euch sehr verbunden.


    PS: Bei dem CMS handelt es sich nicht um WoltLab Lösungen.

  • Das Thema kann nur ein Rechtsanwalt korrekt und rechtsicher bewerten.

    Die Kanzlei WBS z.B. bietet eine kostenlose Erstberatung.


    Aber wie gesagt, ob du da rauskommen kannst kann verbindlich nur ein Rechtsanwalt sagen.

    Regards,


    Alexander / Aebian

  • Post by itsmeJAY ().

    This post was deleted by Tim Düsterhus: Auf Wunsch des Autors gelöscht. ().
  • Wenn die Abmahnung gerechtfertigt ist und entsprechende Beweise vorliegen, wirst du da in der Regel nicht rauskommen.

    Was meistens versucht wird, ist das Drücken der geltend gemachten Kosten. Wobei du hier mit knapp 400 € noch recht günstig wegkommen dürftest. Die Fälle, die ich so kenne, sind immer mindestens vierstellig und selbst da kann man nicht großartig was dran machen.

  • Das finde ich auch extrem günstig, weil das Bild dann ja über 3 Jahre unrechtmäßig genutzt wurde oder zumindest auf deinem Server lag und das reicht meiner Ansicht nach aus (bin aber natürlich kein Rechtsanwalt). Ich glaube, ich würde da keinen Rechtsanwalt bemühen, zumindest nicht, wenn ich den bezahlen müsste. Dann wirds nur noch teurer. Eine kostenlose Beratung kannst du natürlich in Anspruch nehmen. Die bieten auch einige Kanzleien an. Wenn ich irgendwas habe, nutze ich die IT-Rechtskanzlei aus Rostock. Da gibt es auch ein kostenloses Beratungsgespräch und dann kannst du entscheiden, was du machst.


    Aber da man ja auch dafür sorgen muss, das Bilder aus der Google Bildersuche verschwinden, wenn man abgemahnt wurde, denke ich, dass die Abmahnung schon rechtens sein wird.

    Liebe Grüße
    Susi

  • Vollständigkeitshalber hier eine Antwort durch eine kostenlose Vorabberatung mit einem RA:


    Hallo Herr xxx,

    Sie haben das Bild leider durch das Abspeichern auf dem Server veröffenticht. Dass es “nur” über einen Link abrufbar ist, ist unerheblich. Es ist rechtlich also durchaus problematisch.

    Bitte lassen Sie sich in jedem Fall unmgehend anwaltich beraten.


    Über den weiteren Verlauf werde ich hier später berichten.

  • Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen: zahl das Geld, du bist damit SEHR günstig davon gekommen. Habe über die Jahre auch schon mehrfach Erfahrung mit dieser Art Anwalt sammeln dürfen. Mein Streitwert waren 1700 Euro! Nimmst du dir einen Anwalt, kostet der wahrscheinlich mehr als die Forderung. Dann schicken die sich paar Musterzeilen hin und her, es wird minimal günstiger, gezahlt werden muss trotzdem. Bei diesem Spiel, wo man als Spielball der Porsche 911 Fahrer herhalten muss, fehlt der Hebel an anderer Stelle...man bleibt der Depp. Deswegen habe ich schon seit den bescheidenen Erfahrungen mit dieser Berufsgruppe das Indexieren von Bildern blockiert. Auch wenn die Anwälte meist auf eine Branchenlösung setzen, erschwere ich die Rückwärtsbildersuche von Google und damit auch potentieller Anwälte. Bekannt sind da z.B. WeSaveYourCopyrights, ich bekomme gleich wieder nen Brechreiz <X ^^

  • Ich kann ebenfalls aus Erfahrung sagen, dass du es lieber zahlen solltest und das Bild von deinem Server entfernen solltest. Ich bin selbst bereits anwaltlich gegen Urheberrechtsverstöße vorgegangen. Hätte die Person damals direkt gezahlt, wäre es bei 500€ geblieben. Es kamen dann allerdings noch Kosten für die erste Gerichtsinstanz etc. auf die Person zu. Das kann ganz schnell schön teuer werden.

  • Da die Summe so ungewöhnlich niedrig ist, würde ich aber auf jeden Fall sicher sein wollen, dass mich auch wirklich der rechtmäßige Urheber abmahnt. Nicht, dass das ne Masche ist. Falls der Urheber dabei steht, wo du das Bild her hast, ist das ja recht eindeutig, ansonsten aber schon so eine Sache. Das soll es zumindest auch schon gegeben haben, dass jemand versucht abzumahnen, der gar nicht der tatsächliche Urheber ist.


    Alternativ wäre es vielleicht eine bessere Idee, das Urheberrecht zu achten. Ist in der Regel günstiger.

    Natürlich wäre das besser, aber das Bild wurde ja wohl lange nicht mehr wirklich genutzt:

    Irgendwann habe ich den Artikel wohl gelöscht, da ich den Artikel heute nicht mehr finden kann.

    Da finde ich deine Anmerkung völlig überflüssig, denn spätestens nach der ersten Abmahnung wird wohl jeder genauer darauf achten das Urheberrecht einzuhalten.

    Liebe Grüße
    Susi

  • Danke für Input Leute, und ja nee einen Anwalt werde ich bei dem Betrag natürlich auf keinen Fall nehmen.

    Wie ihr sagt, am Ende haben beide was davon, nur nicht ich, dass ist mir Bewusst.


    Aus Erfahrung weiß ich, dass man mit den Anwälten über eine Minderung der Strafe verhandeln bzw. diskutieren kann. Diesen Weg werde ich einschlagen, nachdem mir ein Anwalt bereits bestätigt hat, dass mein Handeln rechtswidrig war.

  • Bei mir war der Fall so, um das aufzuklären und vielleicht gleich noch den Zeigefinger auszupacken:


    Es wurde ein Foto einer großen Bilderplattform verwendet, dass zur kommerziellen Nutzung freigegeben war. Copyright genannt, war für meine Begriffe okay. Dann kam direkt vom Anwalt (siehe Namen oben) Post, die einen Fotografen aus dem Süden von Deutschland vertreten, der seine Rechte verletzt sieht. Kurios wird es erst danach: das Profil samt Fotos von der großen Bilderplattform war inzwischen gelöscht. Mir wurde die Zeit berechnet, wo das Foto verwendet wurde. Ob ich im Recht lag oder nicht, ob das vielleicht alles eine lukrative Masche zum Geldverdienen war...ich unterstelle unter Vorbehalt. Das Foto was mich bei istock & Co einen Bruchteil gekostet hätte, war nun ein vielfaches wert. Gut für Fotograf und Anwalt. Doof für mich, der 20 Euro gespart hatte.


    Abgekürzt: nie, nie, nie wieder würde ich ein Foto von einer Plattform abseits istockphoto oder ähnlichen (kommerziellen!) Plattformen verwenden. Das Risiko hier abgemahnt zu werden schwingt immer mit, denn egal wer das Foto dort eingestellt hat > es ist schlicht egal und interessiert den Anwalt nicht.


    Mein Anwalt, spezialisiert auf diesen Bereich und auch im Netz bekannt, hat die Summe etwas reduziert, dabei aber selbst ordentlich verdient.

  • Ich hatte mal so einen ähnlichen Fall. Ich habe vor einigen Jahren eine Webseite für einen Freund erstellt welcher ein Café eröffnete. Er hat mir Fotos zugeschickt, die er als „Produkte“ präsentieren möchte - ca. 2 Wochen später kam ein Brief vom Anwalt. Gegenstandswert belief sich auf mehrere Tausend Euro, allerdings wurde nur ein Foto abgemahnt. Am Ende des Tages wurden 500,00 EUR gezahlt und dann war das Thema gegessen. Mich hat es nur indirekt betroffen, aber gelernt habe ich dennoch draus. :S


    Wie sieht es eigentlich mit Foren aus, in denen Beiträge mit Anhängen gepostet werden? Wer haftet für die Anhänge?

  • Hatte ich mir gedacht, daher macht es nur Sinn Dateianhänge auszuschalten - oder? Gerade wenn man eine etwas größerer Community hat ^^

    Das was ich geschrieben habe ist starkes Halbwissen. Ich kann dir nicht sagen ob das stimmt. Notfalls an einen Anwalt wenden.

  • Zumindest bekommt der Betreiber erstmal die Post. Ob er direkt haftet hängt davon ab, wie groß das Unternehmen/die Plattform des Betreibers ist.

    Liebe Grüße
    Susi

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