Probleme beim Update

  • Genau das würde ich vermeiden. Raucht dir sprichwörtlich der Server ab, sind die Daten auch hin. Ob man nun Georedundanz umsetzen sollte, bleibt jedem selbst überlassen, aber das Backup gehört nicht auf den Primary.

    Naja, auf den Serven der namhaften Hostern ist diese "Gefahr" aber doch eher unwahrscheinlich. Die rauchen in der Regel nicht komplett ab - und selbst wenn, haben die Hoster externe Sicherungen oder RAID-Verbund Spiegelungen oder whatever.
    Dieses Risiko würde ich also als recht gering einstufen.

    Bei einem eigenen, selbst-gemanagtem Server ist das natürlich etwas anderes, da gebe ich Dir völlig recht.
    Ich würde Backups natürlich auch nicht unbedingt auf dieselbe Domain "eine Etage drunter oder drüber" legen. Aber ansonsten ist die externe (lokale) Sicherung natürlich immer der bessere Weg, völlig klar.
    Das Problem ist aber, dass Backups viel zu häufig GAR NICHT gemacht werden. Und genau darin sehe ich hauptsächlich das Risiko.


    PS:

    Hat man den Performance Vorteil im Vergleich zu mysqldump auf "jedem" System oder nur auf bestimmter Hardware?

    Die Performance dürfte sich auf nahezu jedem System bemerkbar machen. :) Ist schon ne Ecke schneller.

    Gruß

    Jörg

    (Jaydee)

  • oder RAID-Verbund Spiegelungen

    RAID ist kein Backup.

    Ein Beispiel: Bei RAID-1/Mirror steht man etwa vor dem Problem, dass beide Datenträger den identischen (!) Belastungen ausgesetzt sind. Wenn nun also der Grund eines Ausfalls ein Firmware-Problem oder Produktionsfehler ist, dann steht die Chance extrem hoch, dass beide Datenträger nahezu gleichzeitig ausfallen. Dasselbe Problem besteht in gleicher Form bei RAID-10, weil es nur ein Striping über zwei Mirror ist.

    Fun fact: In der WoltLab Cloud haben wir bei allen Servern darauf geachtet, dass die SSDs von unterschiedlichen Herstellern oder aus unterschiedlichen Serien eines Herstellers stammen. Ausnahme: Wenn (auf Grund der Anzahl) ein Modell mehrfach zum Einsatz kommt, dann stammen diese aus unterschiedlichen Chargen und kommen in unterschiedlichen vdevs zum Einsatz.

    Alexander Ebert
    Senior Developer WoltLab® GmbH

  • Naja, auf den Serven der namhaften Hostern ist diese "Gefahr" aber doch eher unwahrscheinlich. Die rauchen in der Regel nicht komplett ab - und selbst wenn, haben die Hoster externe Sicherungen oder RAID-Verbund Spiegelungen oder whatever.
    Dieses Risiko würde ich also als recht gering einstufen.

    Genau das ist mir passiert, siehe hier.

    dr-phil
    March 27, 2024 at 4:01 PM

    Ich würde Hosteurope als namenhaften Hoster bezeichnen. Im übrigen, hat Hosteurope danach zugegeben, dass für alle Kunden auf den ManagedServern die Backups systematisch falsch angelegt waren und das für mindestens 10 Jahre. XD

  • Der Hosting-Anbieter hat versäumt, die wichtige Option --default-character-set=utf8mb4 bei der Durchführung der Datenbank-Dumps zu verwenden. Da utf8mb4 bereits seit langer Zeit als Standard empfohlen wird, führte dies dazu, dass die Dumps in utf8mb3 erstellt wurden, wodurch ein Byte fehlte. Das führte dazu, dass alle 14 verfügbaren Datenbank-Dumps unbrauchbar waren.

    Ernsthaft? Kann ich mir irgendwie nicht so recht vorstellen. Bisher war ein Restore auch ohne diese Option immer möglich. ?(

    Datensicherung - WoltLab Suite Handbuch

  • Ernsthaft? Kann ich mir irgendwie nicht so recht vorstellen. Bisher war ein Restore auch ohne diese Option immer möglich. ?(

    https://manual.woltlab.com/de/backup/#allgemeine-empfehlungen

    Mein voller Ernst. Hab ich schwarz auf weiß nachdem ich mit dem Support, diesen Vorfall aufgearbeitet habe.
    Mein Datenverlust ist ja auch nur deswegen entstanden, weil die ihre MySQL 5.7 Server endlich mal auf v8 updaten wollten. Die haben exakt bis zum letzten Tag des offiziellen Support-Ende von MySQl 5.7 gewartet.


    Es ist aber zu beachten, dass ich nur für das Hosting-Produkt sprechen kann, welches ich gebucht hatte.

    Edited once, last by dr-phil (March 27, 2024 at 7:32 PM).

  • Seltsam. Ich glaube ich habe da noch nie einen Zeichensatz angegeben.

    Ich auch nicht. Es ist ein managedServer gewesen und das Backup hat Hosteurope selber angelegt.
    Du kannst es selber testen: Setz mal einen MySQL 5.7 Server auf, erstelle eine Tabelle mit der Kollation utf8mb4_unicode_ci Speichere dann einen Emoji (z.B 💩) in der Tabelle und führe einen DUMP mit dem Befehl aus deren E-Mail aus. Danach sind alle Emojis mit einem ? in der .sql Datei ersetzt.

    Ab MySQL Version 8 tritt dieses Problem übrigens nicht mehr auf.

    Quote

    From MySQL 8.0, utf8mb4 is the default character set, and the default collation for utf8mb4 is utf8mb4_0900_ai_ci. MySQL 8.0 is also coming with a whole new set of Unicode collations for the utf8mb4 character set.

    This will allow use of the complete Unicode 9.0.0 character set in MySQL, and for new applications this is great news. But what about old applications? How painful will it be to modernize the character set usage for an existing application based on 5.7?

  • Ein Beispiel: Bei RAID-1/Mirror steht man etwa vor dem Problem, dass beide Datenträger den identischen (!) Belastungen ausgesetzt sind. Wenn nun also der Grund eines Ausfalls ein Firmware-Problem oder Produktionsfehler ist, dann steht die Chance extrem hoch, dass beide Datenträger nahezu gleichzeitig ausfallen.

    Das stimmt natürlich. Das Risiko besteht.

    In der WoltLab Cloud haben wir bei allen Servern darauf geachtet, dass die SSDs von unterschiedlichen Herstellern oder aus unterschiedlichen Serien eines Herstellers stammen

    Das mache ich sogar seit jeher bei meinen privaten Systemen so. Auch bei HDDs früher schon. Ich habe da berufsbedingt über die Jahrzehnte einfach zu viel erlebt...
    G.s.D. halten zwar selbst meine ganz alten Platten noch tadellos trotz hoher Beanspruchung, aber man weiß ja nie. Das kann auch "von jetzt auf gleich" mal anders sein. Mit ausreichenden Backups hat man da halt deutlich weniger Angst.

    Ich würde Hosteurope als namenhaften Hoster bezeichnen.

    Durchaus, wobei ich aber gerade dort in den letzten Jahren auch manch "abenteuerliches" erlebt und auch gehört habe, wo man nur mit den Ohren schlackern kann... Und Deine Story bestätigt das nochmals.

    Gruß

    Jörg

    (Jaydee)

  • Naja, auf den Serven der namhaften Hostern ist diese "Gefahr" aber doch eher unwahrscheinlich. Die rauchen in der Regel nicht komplett ab - und selbst wenn, haben die Hoster externe Sicherungen oder RAID-Verbund Spiegelungen oder whatever.
    Dieses Risiko würde ich also als recht gering einstufen.

    Ich sage nur OVH RZ Brand, jüngst sogar https://www.heise.de/news/Feuer-in-…hm-9667385.html. Den Meldungen zufolge ist das so ein "Franzosending", die RZ brennen zu sehen :S. Gerade solche Fälle beweisen, egal ob eigener Server oder Shared Angebot, Backup machen, extern sichern und testen.

    Ich verlasse mich, auch auf Basis meiner privaten und beruflichen Erfahrungen in diesem Bereich, auf keinen Hoster mehr, egal wie bekannt oder groß dieser ist.

  • Ich sage nur OVH RZ Brand, jüngst sogar https://www.heise.de/news/Feuer-in-…hm-9667385.html. Den Meldungen zufolge ist das so ein "Franzosending", die RZ brennen zu sehen :S. Gerade solche Fälle beweisen, egal ob eigener Server oder Shared Angebot, Backup machen, extern sichern und testen.

    Ich verlasse mich, auch auf Basis meiner privaten und beruflichen Erfahrungen in diesem Bereich, auf keinen Hoster mehr, egal wie bekannt oder groß dieser ist.

    Auweia!😂 Hosteurope gehört GoDaddy

  • Ich stimme ja auch grundsätzlich zu, dass externe Sicherungen sinnvoll sind (und schrieb ja weiter oben auch, dass ich das selber tue).
    Der Hinweis, ein Backup MINDESTENS auf dem Server abzulegen, richtete sich in erster Linie an genau diese "Backup-Muffel", denen i.d.R. schon das zu viel Aufwand ist.
    Da sehe ich das Risiko dieser genannten Extrem-Beispiele bei Hostern, die Einzelfälle sind, immer noch als das "kleinere Übel" an. Schlimmer wäre es, erst gar kein Backup angelegt zu haben.

    Und auch die private Hütte kann im Extremfall abbrennen oder die Rechner/Platten geben den Geist auf oder oder oder. Das ganze Leben ist bekanntlich ein einziges Risiko (nicht nur weil es zu 100% tödlich endet).
    Viele Leute wissen z.B. nicht, dass heutige SSD-Platten (im Gs. zu den älteren HDD) auch ab und an mal an den Strom sollten, weil sie sonst ihre Daten verlieren können. Ebenso wie halt auch USB-Speichersticks etc. Ewig lange irgendwo im Schrank liegend könnte auch hierbei irgendwann das "böse Erwachen" bedeuten. Wer sich nie mit den Details und Arbeitsweisen beschäftigt hat, macht sich eben über solche Dinge keine Gedanken.

    Gruß

    Jörg

    (Jaydee)

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